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Ein Haus bauen – So leben Menschen anderswo

Sep. 11, 2026Berichte

Der Grundriss steht

Ein Haus bauen – So leben Menschen anderswo

Vorweg möchte ich euch sagen, dass dieser Bericht und die Veröffentlichung der Fotos von Peter Kukat aus Barpello in Ost-Pokot, Kenia ausdrücklich erwünscht und erlaubt worden ist.

2014, bei meinem zweiten Besuch in Kenia, besuchte ich Ost-Pokot zusammen mit Sr. Loina. Eine

 

Woche fuhr ich mit ihr in den Busch zu den medizinischen Konsultationen. Am letzten Tag schaffte sie es, mit Peter vorzustellen. Von weit her ließ sie ihn holen. Er hielt sich abseits von den Menschen, da er nach einem Schlangenbiss an einer großen übelriechenden Wunde am linken Fuß litt. Das Foto davon seht ihr unten. Ich war verzweifelt und glaubte nicht an eine Heilung.

Aber es kam anders: Sr. Loina, die zwischenzeitlich versetzt war, traf Peter 2024 wieder und – welch ein Wunder – die Wunde war verheilt. Zurückgeblieben war ein geschwollener Fuß mit einer empfindlich dünnen Haut und einer winzigen Wunde. Peter hatte Abitur gemacht und die Ausbildung zum Grundschullehrer begonnen. Leider fehlte der Sponsor für das Schulgeld, sodass die Ausbildung stockte. Wir sorgten dafür, dass es weiterging und jetzt im Juli beendete er erfolgreich seine Ausbildung. Eine Stelle als Lehrer zu bekommen ist die nächste Herausforderung.

Seit 2018 war die letzte Verwandte, seine Großmutter, gestorben und Peter war nun auch noch verantwortlich für zwei Geschwister. In der Sozialstation in Barpello durften sie wohnen.  Peter heiratete Stancy. Sie haben nun zwei Kinder. Mit Abschluss seiner Ausbildung endete die Möglichkeit, dort zu wohnen. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie sich mit Holzsammeln, das Stancy der Schule in Barpello verkaufte. Peter ging an den Wochenenden an seinem Studienort in Kericho in den Straßenbau. Für seinen Fuß immer eine große und gefährliche Belastung.

Was nun tun, nachdem sie die Wohnung verlassen mussten? Peter baut ein Haus. Er wandte sich an die Ältesten der Pokot-Gemeinschaft und erhielt ein kleines Grundstück zugewiesen. Dann ging es in den Wald, um Pfähle für das Grundgerüst zu schlagen. Das Dach ist Wellblech. Die Mauern werden aus Steinen und Lehm gefügt. 500 Liter Wasser mussten Stancy und seine Schwester täglich aus dem Bohrloch herbeischaffen, damit der Lehm geformt werden konnte. Die Habseligkeiten werden an Haken unter die Decke gehängt, sicher vor Mäusen. Das Schlafzimmer sind die Matratzen. Die Küche ist die Feuerstelle vor dem Haus mit dem großen Topf darauf. Als Toilette wird ein Bezirk im Busch ausgesucht. In der Fotoserie könnte ihr das Entstehen des Hauses mitverfolgen.

Ich erhielt die Bilder, als ich im Urlaub in Wales war, Landschaft und Unterkunft genoss. Ich war geschockt. Plötzlich sehe ich vor Augen, was wir alle wissen, aber auch gerne von uns fernhalten, wie unterschiedlich Menschen auf dieser unserer Erde leben! Als ich Peter vorschlug, sein Geschichte mit euch zu teilen, war er sofort einverstanden.

Sein Beispiel zeigt uns, wie Menschen um ihr Überleben kämpfen müssen, unter welch einfachen Verhältnissen sie zu leben gezwungen sind. Lasst es uns ein Ansporn sein, uns weiter für eine gerechtere Welt einzusetzen.

Alfons Nowak, 11. September 2025

Ein Haus für die Familie

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