Reisebericht über Indien
Reisebericht Indien 2026
Meine lieben Freunde,
gerade bin ich von einer zweiwöchigen Reise nach Indien zurück. Mein Freund, Fr. Selvam, war auf Heimaturlaub und hatte eine Gruppe aus Kenia und mich eingeladen. Er stammt aus dem Staat Tamil Nadu und dort aus einem Dorf, das genau an der Spitze von Indien liegt. Die dazugehörige Stadt heißt Kanyakumari. Es lohnt sich, den Ort und die Gegend zu googeln. Ihr werdet von den Bildern überrascht sein – so ganz anders, als wir uns gemeinhin Indien vorstellen.
Neben der Besichtigung von überwältigend schönen Kulturstätten haben wir viele Salesianer-Niederlassungen besucht. Eine davon war ein Straßenjungen Projekt in Delhi und gleich daneben ein Projekt für Mädchen von der Straße. Dieses mit dem Namen Snehalaya, Ort der Fürsorge, von Salesianer-Schwestern geführt. Das Jungenasyl heißt Ashalayam, Ort der Hoffnung. Interessanterweise holte uns Fr. Joe Prabhu vom Flughafen ab. Er ist der Gründer der Bosco Boys in Nairobi. 1990 hatte er angefangen, in die Slums zu gehen und dort die Kinder aufzusuchen, die auf der Straße lebten. Hier in Indien sind alle aufgelesenen Kinder Hindus, bis auf einzelne Muslime. Die Behörden sammeln Kinder auf und bringen sie den Salesianern, verbunden mit vielen Vorschriften, insbesondere mit dem strengen Verbot, keine Kinderarbeit zuzulassen. Finanzielle Unterstützung gibt es vom Staat nicht. Es gibt ein strenges Missionierungsverbot. Erwachsene, Jugendliche dürfen nicht getauft werden.
Ich war wieder beeindruckt, was die Salesianer hier leisten. In Delhi gibt es ein mit viel moderner Technik ausgestattetes Technisches Institut mit 1.200 Auszubildenden. In Chennai imponierte uns die Egmore-Eliteschule. Eine komplette digitale Erfassung des Tagesverlaufs jedes Schülers gehört dazu. Kommt das Kind nach Hause, wissen die Eltern bereits, welche Hausaufgaben es in jedem Fach aufhat, ob und was eventuell an Besonderem passiert ist. Jeder Klassenraum wird videoüberwacht, eine Vorschrift der Regierung. Stress und Leistungsorientierung, wie wir sie uns in unseren Schulen nicht vorstellen können. Gerade fand in Delhi eine internationale Konferenz zu Künstlicher Intelligenz statt. – Das, was Indien vorlegt, ist eine echte Herausforderung für unser ‚Good Old Germany‘, unser gutes altes Deutschland.
Unser Kakuma leidet weiter unter den eingeschränkten Rationen. In Kalobeyei haben Fr. Mathew und Lucy eine neue Gruppe gegründet, St. Antony mit Namen. Bisher fehlen noch die passenden Lehrer. In Dominic Savio werden dringend ein Schutzdach und Bänke benötigt. Ein Teil der Gruppe – die Schüler der dritten Klasse – kann sich in der Kirche treffen. Die neu aufgenommenen Schüler der zweiten Klasse sitzen draußen im Schatten der Kirche auf Steinen.
Eine ständige Herausforderung für Lucy und die Lehrer bleibt die mit Weinen und Schimpfen vorgetragene Forderung von Eltern, auch ihr Kind in den Savio Club aufzunehmen.
Am 24. und 25. Januar hatte ich die Möglichkeiten in vier Gottesdiensten in Oer-Erkenschwick über Kakuma zu erzählen. Die Kollekte war für uns. Es kam die große Summe von 1.250 € zusammen. Wir freuen uns und danken allen Spendern! Auch Euch, meine Freunde, die ihr uns regelmäßig unterstützt!
Alfons Nowak, 27. Februar 2026