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BERICHTE ÜBER DIE LAGE IM LAGER UND IN KALOBEYE

BERICHTE ÜBER DIE LAGE IM LAGER UND IN KALOBEYE

BERICHTE ÜBER DIE LAGE IM LAGER UND IN KALOBEYE

Zur Lage in Kakuma und Kalobeyei im August 2025

Mit Wegfall der Unterstützung der USA ist das World Food Program in eine finanzielle Krise geraten, die sich unmittelbar auf die Menschen in Kakuma und Kalobeyei auswirkt. Damit sind auch die uns anvertrauten Kinder und Lehrer des Savio Clubs davon betroffen.

Das UNHCR hat aufgrund dieser Notlage die Flüchtlinge in Kategorien eingeteilt, um die Bedürftigen von den weniger Bedürftigen zu trennen. Flüchtlinge der Kategorie 1 sollen 40% der bisherigen Ration, Kategorie 2 20% erhalten. Kategorie 3 und 4 bekommen ab August keine Nahrungsmittel mehr. In Kalobeyei werden nur noch Gutscheine (Bamba Chakula) an Kategorie 1 und 2 ausgegeben.

Die Einteilung in die Kategorien soll nicht fair verlaufen sein – ich verweise auf den Bericht von Lucy – und hat zu Protesten und Demonstrationen geführt. Die Ausgabe der Rationen wurde von Flüchtlingen der Kategorien 3 und 4 zum Teil mit Gewalt verhindert. An anderer Stelle schoss die Polizei in die Menge, zwei Tote und Verletzte sind zu beklagen. Ein Verteillager ging in Flammen auf.

Wir versuchen zu helfen. Gerecht zu helfen mit beschränkten Möglichkeiten ist nahezu unmöglich. Ich schildere hier einige der Probleme:

Die Kinder des Savio Clubs bekommen täglich Kekse und dreimal in der Woche Milch. Selbstverständlich denken die Kinder an ihre Geschwister zuhause, die nicht in diesen Genuss kommen. Sie wollen ihre Milch, ihre Kekse mit ihnen teilen. Auf dem Weg nach Hause werden sie angehalten, ihre Schätze werden ihnen abgenommen. Weil die Lehrer sich keinen anderen Rat wussten, haben die Kinder nun die Pflicht, ihre Kekse, ihre Milch während des Unterrichts zu verzehren.

Eltern anderer Kinder drängen die Lehrer, auch ihre Kinder im Savio Club aufzunehmen, damit sie auch von dem Essen profitieren können. Leider sind aber auch hier unsere Möglichkeiten begrenzt.

Dann haben wir uns in Rücksprache mit Fr. Mathew, Fr. Lawrence und Sr. Sabina und Lucy entschlossen, Lehrern, Katecheten und ihren Familien Nahrungsmittel zukommen zu lassen. – Auf Grund eurer großzügigen Spenden sind wir dazu in der Lage. –

Wie oben geschildert, ist die Ausgabe von Lebensmitteln nicht unproblematisch. Immer gibt es viele, die von der Verteilung ausgeschlossen sind und auch Hunger haben.

Mit Nahrungsmitteln auf den langen, oft einsamen Wegen durch das Lager zu fahren – mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad – ist gefährlich. Überfälle, Raub häufen sich.

Gestern war es nun so weit, dass die von Fr. Lawrence gekauften Lebensmittel an die Lehrer und Katecheten verteilt werden konnten. Eine logistische Herausforderung war es, die Mengen an Maismehl, Reis, Öl, Zucker zu portionieren und transportsicher zu verpacken. Schöne Fotos und ein wunderbares Video der dankbaren Lehrerschar erreichten uns! Von Lucy hörte ich, dass alle Lehrer sicher mit ihren Schätzen bei ihren Familien angekommen sind. Gott sei Dank!

Seht euch die Fotos, das Video an und lest, was Lucy und Fr. Lawrence geschrieben haben.

Wir freuen uns, dass wir ein wenig helfen konnten. Herzlichen Dank an jeden von euch für seine Spende! Ich bin sicher, dass wir Gutes tun, indem wir die Menschen in Kakuma und Kalobeyei nicht vergessen und ihnen außer mit Nahrungsmitteln sie in ihrer Hoffnung und Zuversicht stärken!

Alfons Nowak, 12.08.2025

Brief von Fr. Lawrence

Lieber Dr. Alfons,

ich schreibe Ihnen und den Mitgliedern Ihres Vereins, um Ihnen einige Informationen aus Kakuma und Kalobeyei zu übermitteln.

Im August 2025 sind beide Orte mit einer sich rapide verschärfenden Krise konfrontiert, die durch einen erheblichen Rückgang der humanitären Hilfe verursacht wurde. Daraus sind erhebliche Beeinträchtigungen entstanden, die den Zugang zu Nahrungsmitteln, Wasser, Gesundheitsversorgung, Bildung und Schutzdiensten für die Flüchtlingsbevölkerung, die derzeit mehr als 200.000 Menschen umfasst, erheblich einschränkt.

  1. Ernährungsunsicherheit und Ernährungskrise

Die Verteilung von Lebensmitteln war unregelmäßig und unzureichend, sodass viele Haushalte in den letzten Wochen nur reduzierte oder gar keine Rationen erhielten.

(Kategorie 3 und 4 erhalten keine Nahrungsmittel mehr. Kategorie eins 40%, Kategorie zwei 20% der zuletzt verteilten Rationen.)

Heute (11. August) wurde die Verteilung von Lebensmitteln in Kakuma 4 unter strengenSicherheitsvorkehrungen wieder aufgenommen, nachdem es zu Spannungen innerhalb der Gemeinschaft und zu Konfrontationen mit lokalen Führungskräften gekommen war.

(Menschen aus den Kategorien 3 und 4 hatten diejenigen aus Kategorie 1 und 2, die ihre Rationen abholen wollten, daran gehindert – zum Teil mit Gewalt. Bei Demonstrationen waren zwei Menschen getötet worden. Ein Verteilzentrum ist in Flammen aufgegangen.)

Aufgrund der anhaltenden Sicherheitsbedenken wird die Verteilung nun über mehrere Tage statt an einem einzigen Tag durchgeführt, was den Zugang für bedürftige Familien weiter verzögert.

Berichte aus dem Lager sprechen davon, dass Kinder Akaziensamen essen, um ihren Hunger zu stillen, was auf extremen Hunger deutet. Unterernährung ist ein reales Risiko.

(Akazien sind die dornenreichen Sträucher, die reichlich vorhanden sind. Die Samen sind nicht giftig, enthalten Füllstoffe, haben eine verdauungsfördernde Wirkung.)

 

  1. Führungskrise und Misstrauen in der Gemeinschaft

Es herrscht weit verbreitete Unzufriedenheit mit den Führungsstrukturen der Flüchtlinge, die durch Fehlinformationen, Kategorisierungsfehler und die wahrgenommene Ungleichheit bei der Verteilung der Hilfe verursacht wird.

Betroffene Gemeindemitglieder haben die Autorität der Flüchtlingsführer blockiert oder abgelehnt, insbesondere während der Koordinierung der Hilfsmaßnahmen.

Viele Menschen wurden falsch kategorisiert oder von den Empfängerlisten ausgeschlossen, wodurch ihnen der Zugang zu lebenswichtiger Hilfe, einschließlich Nahrungsmitteln und grundlegenden Dienstleistungen verwehrt wird.

  1. Herausforderungen im Bereich Wasser und Sanitärversorgung

Flüchtlinge leiden unter chronischer Wasserknappheit, wobei einige Gebiete tagelang keinen Zugang zu sauberem Wasser haben.

Die übermäßige Ausbeutung der Bohrlöcher und unzureichende Wassertransporte haben zu langen Warteschlangen und erhöhten Spannungen geführt. Das Wasser ist häufig nicht mehr sauber. Durch Trinkwasser übertragene Krankheiten haben zugenommen. Die sanitären Einrichtungen sind nach wie vor unzureichend, was die Gesundheitsrisiken insbesondere in den überfüllten Gebieten noch verschärft.

  1. Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung

Die Gesundheitszentren sind überlastet und leiden unter Personalmangel und unzureichender Versorgung mit Verbandsstoffen und Arzneimitteln.

Fälle von Unterernährung, insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren, nehmen zu.

Gesundheitsdienste für Mütter, Behandlung chronischer Krankheiten fehlen.

  1. Krise im Unterrichtssystem

Viele Schüler in Kakuma konnten aufgrund von Hunger, Sicherheitsbedenken und da Schulen geschlossen ware, nicht an ihren Abschlussprüfungen teilnehmen.

Während in Teilen von Kalobeyei Prüfungen stattfanden, blieb das allgemeine Lernumfeld instabil. Immer mehr Kinder brechen die Schule ab, um ihre Familien bei der Sicherung des Lebensunterhalts zu unterstützen.

  1. Schutz- und Sicherheitsrisiken

Die Anwesenheit von Sicherheitskräften während der Verteilung von Hilfsgütern spiegelt die zunehmenden Spannungen und die Angst vor Gewalt innerhalb des Lagers wider.

Frauen und Kinder sind überproportional betroffen und sehen sich Risiken wie geschlechtsspezifischer Gewalt, Ausbeutung und Vernachlässigung ausgesetzt.

Der Zusammenhalt der Gemeinschaft verschlechtert sich unter dem Druck ungedeckter Bedürfnisse und des erschütterten Vertrauens in die bestehenden Regierungssysteme.

 

  1. Unmittelbare Empfehlungen
  2. Verstärkte Nahrungsmittelhilfe und sofortige Wiederaufnahme der vollständigen Verteilung der Rationen.
  3. Transparente neuerliche Überprüfung der Einteilung der Flüchtlinge in Kategorien, um sicherzustellen, dass alle berechtigten Flüchtlinge ordnungsgemäß registriert und versorgt werden.
  4. Verbesserter Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygieneartikeln.
  5. Medizinische Notfallversorgung und mobile Gesundheitsteams zur Versorgung unterversorgter Gebiete.
  6. Wiederaufnahme von Schulernährungsprogrammen und Bereitstellung von Lernmaterialien zur Stabilisierung des Bildungswesens.
  7. Maßnahmen zur Einbindung der Gemeinschaft, um Vertrauen wiederherzustellen und funktionierende Führungsstrukturen wiederaufzubauen.

Fazit

Die humanitäre Lage in Kakuma und Kalobeyei verschlechtert sich rapide. Ohne sofortige und koordinierte Maßnahmen besteht die Gefahr einer weit verbreiteten Unterernährung, des Ausbruchs von Krankheiten und eines weiteren Zusammenbruchs der Sicherheit und der sozialen Ordnung.

Vielen Dank für Ihre anhaltende Unterstützung und Ihr Engagement für das Wohlergehen der Flüchtlinge.

Fr. Lawrence Wambua sdb, 11.08.2025

Übersetzt Alfons Nowak (Kursive Einschübe von mir)

BERICHT ÜBER DIE LAGE IM LAGER UND IN KALOBEYEI VON LUCY

BERICHT ÜBER DIE LAGE IM LAGER UND IN KALOBEYEI VON LUCY

BERICHT ÜBER DIE LAGE IM LAGER UND IN KALOBEYEI VON LUCY

BERICHT ÜBER DIE LAGE IM LAGER UND IN KALOBEYEI

Im Lager Kakuma und in der Siedlung Kalobeyei herrschen aufgrund der vom UNHCR festgelegten Kategorien, in die die Flüchtlinge eingeteilt wurden, äußerst unbefriedigende Zustände.

Es gibt vier Kategorien, wobei die Kategorien eins und zwei im Lager Kakuma Essensrationen erhalten sollen und für diejenigen in der Siedlung Kalobeyei Bamba Chakula (Wertgutscheine) vorgesehen sind. Die Kategorien drei und vier erhalten nichts.

Diese Kategorien wurden nicht fair vergeben, da die Menschen in den Kategorien eins und zwei im Vergleich zu denen in den Kategorien drei und vier oft wesentlich besser situiert sind. So gibt es beispielsweise einen Unternehmer in Kakuma, der zur Kategorie eins gehört, während seine Arbeiter in den Kategorien drei und vier sind.

In den letzten drei Wochen kam es im Lager Kakuma und in der Siedlung Kalobeyei zu Demonstrationen. Der Grund für die Demonstrationen war die Korruption bei der Einteilung der Kategorien. Die Flüchtlinge waren unzufrieden, und die Situation führte zur sofortigen Schließung der Schulen, aber wir vom Savio Club waren von der Situation nicht sonderlich betroffen.

Die Lage im Lager und in Kalobeyei verschlechtert sich von Tag zu Tag, da es zum Beispiel in den Krankenhäusern keine Medikamente gibt und es schwierig ist, einen Arzt zu finden, der sich um die Patienten kümmert.

Die Menschen essen wilde Früchte und Erde, weil es an Nahrungsmitteln mangelt.

Aufgrund der schwierigen Lage fühlen wir uns in unserer Sicherheit bedroht. Man kann sich im Lager und in Kalobeyei nicht frei bewegen. Manche Flüchtlinge versuchen, in ihr Land zurückzukehren, aber sie dürfen die Grenze nicht überqueren und werden zurück ins Lager gebracht.

Lucy Macharia, 11.08.2025

Übersetzt Alfons Nowak

Bericht in der Recklinghäuser Zeitung

Bericht in der Recklinghäuser Zeitung

Bericht in der Recklinghäuser Zeitung

Bericht

Die Arche Gospel Singers singen immer gerne, besonders für einen guten Zweck.Im Juli sollte es ein sommerlicher Gospel-Gottesdienst werden, aber das Wetter spielte nicht mit. Also „Zuflucht“ in der Arche. Und die Gospel-Fangemeinde ließ die Arche Gospel Singers nicht im Stich. Reinhard Buskies und sein Chor hatten große Lust, die gute Nachricht zu verbreiten und so sang die Gemeinde fleißig mit. Unglaubliche 900 Euro kamen bei der Kollekte zuguns- ten der Kakuma-Hilfe zusammen. Dabei werden seit vielen Jahren Kinder und Jugendliche im Norden Kenias in einem riesigen Flüchtlingscamp unterstützt. Dr. Alfons Nowak erläuterte eindrücklich, wie rund 1200 jungen Menschen mit Schulunterricht und Ausbildung eine Chance im Leben gegeben wird. Details gibt es auf www.kakumahilfe.de FOTO KLAUS HAMACHER

Bosco Boys – Neuer Direktor

Bosco Boys – Neuer Direktor

Bosco Boys – Neuer Direktor

Der Posten des Direktors der Bosco Boys stellt sich als Sprungbrett für Beförderungen heraus.

Nachdem Fr. Chege Geschäftsführer der Ostafrikanischen Salesianer-Provinzen geworden ist, ist nun Fr. Vincent zum Geschäftsführer der Provinz Kenia ernannt worden.

Sein Nachfolger ist sein bisheriger Stellvertreter, Fr. Bernard Onyiego. Wir heißen ihn herzlich willkommen.

Hunger und Gewalt in Kakuma

Hunger und Gewalt in Kakuma

Hunger und Gewalt in Kakuma

Brand im Verteilzentrum

Hunger und Gewalt in Kakuma

Die Situation in Kakuma ist dramatisch. Kontakte mit Fr. Mathew und Lawrence, Gespräche mit unserer Supervisorin Lucy und Sr. Sabina von den Charles de Foucauld-Schwestern und Nachrichten von Faraja Kaluta, unserem ersten Savio Club-Lehrer, geben uns einen beunruhigenden Eindruck von den Lebensbedingungen im Lager.

Die Menschen leiden Hunger. Überfälle und Raub in der Folge dieser Not sind an der Tagesordnung. Junge Männer besorgen sich Messer und Macheten. Was zur Verteidigung gedacht sein mag, wird schnell zum Instrument der Gewalt, um Handys und Geld zu erpressen. In dem weit auseinander gezogenen Lager gibt es unübersichtliche einsame Strecken, die für Überfälle genutzt werden.

Lucy besucht wöchentlich die über das Lager verstreuten Savio Club-Gruppen und hat Angst, auch wenn die Fahrt auf dem Motorrad mit einem zuverlässigen Fahrer relativ sicher ist. Die Transporte von Milch und Keksen erfolgen mit dem Auto der Salesianer.

Wie Faraja schreibt, sind die Menschen auch durch den so genannten Shirika Plan der Regierung beunruhigt. An anderer Stelle hatte ich davon bereits berichtet. Er sieht vor, aus Flüchtlingen kenianische Staatsbürger zu machen mit der Folge, dass die Menschen auch für ihr Schicksal eigenverantwortlich werden. Ein zunächst guter Gedanke, der unter den Gegebenheiten von so vielen Menschen in der Umgebung einer Halbwüste völlig illusorisch ist.

Das WFP – World Food Program – hat gezwungen durch die massive Kürzung seiner Mittel einen Plan vorgelegt, der sich Distinguished Assistance nennt – Abgestufte Hilfe. Dazu werden die Flüchtlinge 4 Kategorien zugeteilt.

  1. Kategorie 1 erhält 40 % der Nahrungsmittelzuteilungen und andere Unterstützungen.
  2. Kategorie 2 bekommt 20 % der Nahrungsmittelzuteilungen und andere Unterstützungen.
  3. Kategorie 3 erhält keine Nahrungsmittel mehr. Menschen dieser Gruppe können einen Kredit beantragen.
  4. Menschen der Kategorie 4 sind völlig auf sich alleine gestellt.

In verschiedenen Gesprächen zeigte sich, wie wenig nachvollziehbar die Einteilung in die verschiedenen Gruppen erfolgt und wie Ungerechtigkeiten dabei entstehen. Unser Lehrer Innocent ist mit seiner Familie der Gruppe 1 zugeordnet worden, weil in seiner Familie ein Kind behindert ist. Der Familie geht es relativ gut, weil zwei Brüder in den USA leben und die Familie von dort unterstützen. – Sein Kollege, unser Lehrer Augustin ist mit seiner Familie in Kategorie 4. Das Gehalt, was wir ihm zahlen, ist der Grund dafür.

Sr. Sabina schreibt von einer Familie, in der Vater und Mutter beide an Sichelzell-Anämie leiden und regelmäßig im Krankenhaus behandelt werden. Sie sind dennoch der Gruppe 4 zugeordnet. – Im Lager formiert sich erheblicher Widerstand. Der Ausbruch von Gewalt scheint nicht fern zu sein.

Faraja schreibt von einer Gruppe von 150 Flüchtlingen, deren Ausreise nach Deutschland bereits feststand und die seit über einer Woche in Nairobi auf ihren Flug warteten. Die Zusage ihrer Aufnahme in Deutschland wurde gestrichen und die ganze Gruppe musste nach Kakuma zurückkehren. Ein Ergebnis der Politik unserer neuen Regierung. Faraja selbst ist das Opfer der Trump Regierung. Im November waren für ihn und seine Familie alle Voraussetzungen gegeben, in die USA auszuwandern. Aber dann zog Donald Trump ins Weiße Haus ein.

Unser Verein hilft 

Dank eurer großen Hilfsbereitschaft sind wir in der Lage zu helfen. Die Kinder im Savio Club bekommen seit dem 1. Juli nicht mehr einmal, sondern jetzt dreimal in der Woche Milch und täglich eine Portion Kekse. Die Hilfe für unsere 1.000 Kinder ist nicht ohne Probleme. Die Kinder im  Savio Club haben Geschwister. Gerne möchten sie mit denen teilen. Auf dem Weg nach Hause werden sie bestohlen. Es entsteht Streit, der sich ausdehnen kann. – Auch wurden Kinder beobachtet, die ihre Milch verkaufen wollten, um davon anderes zu kaufen.

Andere Eltern möchten ihre Kinder gerne im Savio Club anmelden, damit sie von dieser Hilfe profitieren können. Leider sind wir nicht in der Lage, unsere Gruppen zu vergrößern. Wir gelangen an unsere Grenzen.

Mit Fr. Mathew, Lawrence und Lucy haben wir uns auf folgenden Plan geeinigt. Alle Lehrer und Katecheten, die für den Savio Club arbeiten, bekommen eine zusätzliche Hilfe in Form von Nahrungsmitteln. Fr. Lawrence, der als Pfarrer im Lager den engsten Kontakt zu den Menschen hat und weiß, wer besonders bedürftig ist, hat ein Kontingent zur Verfügung, aus dem er den Bedürftigsten eine Hilfe geben kann.

In gleicher Weise sollen die Schwestern der Charles de Foucauld-Gemeinschaft  dazu in der Lage sein. Zurzeit ist es Sr. Sabina, eine Kenianerin, die die Leitung vor Ort hat. Sie schreibt mir, dass sie mit Portionen von 3-4 kg Mais ungefähr 900 bedürftigen Familien helfen will.   „I can imagine the tears of joy for those who will receive.” – “Ich kann mir die Tränen der Freude vorstellen bei denen, die etwas erhalten werden.”

Im September wird Sr. Elisabeth aus ihrem Sabbatjahr nach Kakuma zurückkehren.

Fr. Lawrence und Sr. Sabina werden uns für unsere Abrechnung eine Auflistung der Namen, des Grundes der Hilfe und der geleisteten Summe über Fr. Mathew zukommen lassen.

Wir sind uns bewusst, dass unsere Hilfe wie der Tropfen auf den heißen Stein wirkt, wenn man die Situation von außen betrachtet. Für den einzelnen vor Ort ist es aber doch eine große Hilfe, die die Hoffnung am Leben erhält.

Wir wollen nicht nachlassen in unserer Hilfe, auch wenn sie begrenzt ist und hoffen und beten, dass die verantwortlichen Politiker bald ein Einsehen haben werden.

Alfons Nowak, 22. Juli 2025

Lucy Macharia über den Fortbildungstag der Lehrer

Lucy Macharia über den Fortbildungstag der Lehrer

Lucy Macharia über den Fortbildungstag der Lehrer am 30.06.2025 in Kakuma

Am 30. Juni führte der Savio Club einen Fortbildungstag von 9 bis 15 Uhr für unsere Lehrer in den Räumen des Don-Bosco-Zentrums im Lager durch. Der Dozent war Br. Titus Mwau, ein Mitglied der Salesianer Gemeinschaft.

Es ging um Prinzipien der Bildung, um Management im Klassenzimmer und um die Planung der Unterrichtsstunden.

Das von den Salesianern von Don Bosco übernommene Präventive System wurde dem Repressiven System gegenübergestellt. Das Präventive System steht auf drei Säulen:

  • Einsicht – Meine Entscheidung muss einer Einsicht in die Sinnhaftigkeit entspringen.
  • Religion – Glaubenslehre, Besinnung auf die zu respektierenden Werte gehören in diesem System dazu.
  • Liebevoller Umgang – Ein respektvoller, herzlicher Umgang miteinander ist die Basis einer erfolgreichen Erziehung.

Das Ziel der Erziehung ist das Heranbilden guter und verantwortungsvoller Bürger.

Beim Repressiven System steht das Gesetz im Vordergrund. Welche Regeln gibt es, wie sind sie zu beachten?

Management im Klassenzimmer war das zweite Thema der Fortbildung. Der Lehrer sollte die Kontrolle behalten, indem er klare Erwartungen an die Schüler formuliert. Die vereinbarten Regeln sollten konsequent eingehalten werden. Es geht darum, einen Raum des Lernens zu schaffen, indem sich alle Schüler wohlfühlen.

Planung der Unterrichtsstunden war das dritte Thema. Jede Unterrichtsstunde muss vom Lehrer vorher geplant sein. Unvorbereitet sollte kein Lehrer in den Unterricht gehen.

Br. Titus nutzte seinen Laptop und die Übertragung auf den Fernsehschirm, um den Lehrern seine Notizen zu zeigen. Er erklärte jeden Punkt ausführlich und machte ihn durch Beispiele anschaulich.

Anschließend wurde die Gruppe geteilt. Beide Gruppen erhielten ein Thema, über das gesprochen wurde. Nach der Diskussion stellte ein Teilnehmer der Gruppe das Ergebnis des Gesprächs vor. Br. Titus ergänzte die Beiträge.

Alle Teilnehmer waren begeistert von diesem Fortbildungstag.