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Bosco Boys freuen sich über den Erfolg einer ehemaligen Schülerin

Bosco Boys freuen sich über den Erfolg einer ehemaligen Schülerin

Bosco Boys freuen sich über den Erfolg einer ehemaligen Schülerin

Celina Nasimiyu

Celina Nasimiyu

Bosco Boys freuen sich über den Erfolg einer ehemaligen Schülerin

Im Juli 2023 wurde Celina Nasimiyu, einer ehemaligen Schülerin der Don Bosco Primary School der Bosco Boys in Kuwinda, der Bachelor of Arts im Fach Internationales Geschäftsmanagement verliehen. Die Bosco Boys sind sehr stolz auf ihre erfolgreiche Schülerin und danken allen Spendern, die ihr diese Ausbildung ermöglicht haben.

Bericht über die Aktivitäten der Bosco Girls in Dagoretti Market

Bericht über die Aktivitäten der Bosco Girls in Dagoretti Market

Bericht über die Aktivitäten der Bosco Girls in Dagoretti Market

Aktivitäten der Bosco Girls

Aktivitäten der Bosco Girls

Bericht über die Aktivitäten der Bosco Girls in Dagoretti Market vom 1. Mai 2023

Die Salesianerinnen, Töchter Mariens, Hilfe der Christenheit, bedanken sich aufrichtig für Ihre anhaltende Unterstützung unserer Projekte. Ihre Spenden sind eine große Hilfe bei der Erfüllung der in unseren Niederlassungen festgestellten dringenden Bedürfnisse. Ich berichte über die Projekte für die schutzbedürftigen Jugendlichen im Daughters of Mary Help of Christians College in Dagoretti Market.

Die Spende für das erste Quartal 2023 (3000 Euro) für Dagoretti hat unseren Begünstigten hervorragend geholfen. Die Mittel ermöglichten den Kauf von Material für die Schneider­werk­statt und die anderen handwerklichen Ausbildungen. Die Verfügbarkeit von ausreichend Materialien für die Schneiderei erleichterte das Lernen und verbesserte die Fähigkeiten der Jugendlichen im Schneidern und im Design. Die Jugendlichen haben mehrere Arten von Kleidern und Anzügen nähen gelernt und haben sich Fähigkeiten im Sticken angeeignet.

Die Jugendlichen freuen sich darauf, ihren täglichen Aktivitäten am College nachzugehen, da das Training ihnen nicht nur Lernmöglichkeiten bietet, sondern das Zentrum auch eine Sicherheit vor Missbrauch bietet, mit dem die Mädchen und jungen Frauen in dem Viertel hier und in ihren Familien häufig konfrontiert sind.

Die Fähigkeiten der Jugendlichen in den Bereichen Perlenarbeiten und Kunsthandwerk wurden verbessert, was sich in den von unseren Begünstigten hergestellten Produkten widerspiegelt. Die Jugendlichen sind in der Lage, schöne Grußkarten herzustellen, Masai-Sandalen, Schlüsselanhänger, Gürtel, Tischsets, Halsketten und andere perlenbezogene Artikel. Wenn wir alle diese Produkte verkaufen, hat das Zentrum Einnahmen, um Rücklagen zu bilden.

In der Catering-Abteilung , in der Gastronomie,  vollbringen die Studierenden wahre Wunder. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wussten die Studenten nicht, wie man Mahlzeiten zubereitet, wie man einen Esstisch deckte und sie waren mit der Kundenbetreuung nicht vertraut. Mit Ihrer Unterstützung konnte alles erreicht werden. Von Ihrem Geld wurden z.B. Lebensmittel für den praktischen Unterricht gekauft und die Mädchen konnten regelmäßig, ohne Ausfall durch fehlendes Material an den Sitzungen teilnehmen. Unsere Schüler haben die NITA-Prüfungen –Nationale kenianische Prüfungen – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis bestanden und wir können bestätigen, dass sie qualifiziert und fähig sind, sich mit anderen Studenten verschiedener technischer Einrichtungen in der Marktbranche zu messen. Nach der Lernzeit sind unseren Schülerinnen gute Arbeitsplätze sicher. Sie werden in der Lage sein, ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder sich ihren Lebensunterhalt zu verbessern. Andere gründen vielleicht ihre eigenen kleinen Unternehmen in der Hotel- und Managementbranche und schaffen so Beschäftigungsmöglichkeiten für sich, ihre Familienmitglieder und die Gemeinschaft im Allgemeinen.

Die Tatsache, dass sie gestärkt an Selbstbewusstsein und an Fähigkeiten aus der Ausbildung kommen, wird helfen, häusliche Gewalt zu verringern. Sie können zum Unterhalt ihrer Familien beitragen und sind in der Lage, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten an ihre Kinder, die sie bald haben werden, weiterzugeben.

In der Theorie hat die kenianische Regierung  die Grund- und Sekundarschulbildung für alle Kinder kostenlos und erreichbar gemacht, aber es bleibt ein Betrag, den die Eltern für die Betreuung der Kinder und das Essen in der Schule zahlen müssen. Viele bedürftige Familien haben nicht einmal einen einzigen Penny übrig, was es unmöglich macht, einen Beitrag zu leisten. Die Armut zwingt die Familien, ihre Kinder, zu Hause zu lassen, während andere in der Schule lernen dürfen.

Die Unterstützung ihres Vereins hat es möglich gemacht, dass Kinder aus gefährdeten Familien – die wir mit Schulgeld, dem Kauf von Schuluniformen und Lehrbüchern unterstützen – zur Schule gehen können und dort mit guten Leistungen abschneiden. Das Wissen, das ihnen vermittelt wird, wird nicht nur ihnen selbst zugutekommen, sondern die Auswirkungen werden auch in ihren Familien, bei ihren Kinder, Geschwistern und schließlich auch in der Gemeinschaft, in ihrem Wohnviertel spürbar sein.  Kinder, die in der Schule sind, haben ein besseres Selbstwertgefühl, haben gelernt, miteinander umzugehen und haben sich gewisse Kenntnisse angeeignet, die ihnen helfen, sich vor schädlichen kulturellen Praktiken zu schützen, wie die Beschneidung von Mädchen, Kinderarbeit, Frühverheiratung. Ein selbstbewusstes Kind, das sich wehren kann, ist nicht so leicht Opfer von Kindes­miss­brauch.

Unsere Schönheits-Abteilung entwickelt sich gut. Die Jugendlichen lernen, Haare zu waschen, zu föhnen, frisieren, zu glätten. Auch lernen sie gute Maniküre und Pediküre. Wenn die Ausbildungskurse beendet sind, werden unsere jungen Frauen mit ihren Fähigkeiten eine Arbeit in einem Salon oder in anderen Bereichen des Schönheitsmarktes finden. Oder sie werden ihr eigenes Geschäft eröffnen.

Bei all diesen Aktivitäten ist unsere Schwestern-Gemeinschaft sehr dankbar für ihre Spenden, die uns möglich machen, unseren Begünstigten zu helfen. Wir beten zu Gott, dem Geber aller Gaben, dass er Sie weiterhin segnen möge. Wir fühlen uns geehrt durch Ihre anhaltende Unterstützung und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und Partner­schaft mit Ihnen. Vielen Dank!

Sr. Gisele Mashauri am 1. Mai 2023

Neuigkeiten von unseren Projekten

Neuigkeiten von unseren Projekten

Neuigkeiten von unseren Projekten

Neuigkeiten

Neuigkeiten von unseren Projekten

In der Regel wechseln die Salesianer alle 6 Jahre ihre Führungspositionen in ihren Niederlassungen aus. So soll mehr Flexibilität gewährleistet sein, es soll das Verantwortungsbewusstsein für die Gesamtheit erhalten bleiben.

Einmal haben wir bereits einen Wechsel erlebt, als 2014 Fr. Luke in Kakuma von Fr. Jose abgelöst wurde. Durch die Corona Pandemie blieb uns Fr. Jose 3 Jahre länger als geplant erhalten. Nun ist es aber so weit. Wir müssen uns von ihm verabschieden. Schweren Herzens lassen wir ihn gehen. Er hat das Savio Club Projekt entwickelt, auf den Weg und zum Blühen gebracht. Gerne haben wir die finanzielle Unterstützung dafür geleistet und wollen uns weiter mit seinem Nachfolger Fr. Matthew dafür einsetzen, der bisher im Sudan gearbeitet hat.

Von den Plänen auf dem Papier über eine Gruppe, drei Gruppen mit 300 Kindern, sind wir nun bei neun Gruppen mit 1.200 Kindern angekommen. Zwei Gruppen befinden sich in dem etwas entfernten Flüchtlingslager Kalobeyei. Nach unserer ersten Supervisorin Mercy haben wir mit Petronilla zusammengearbeitet und entwickeln nun unsere Hilfe für die Flüchtlingskinder mit Lucy und 17 Lehrern und einigen Katecheten weiter.

Von unserer Seite herzliches Willkommen für Fr. Mathew! Wir hoffen, ihn bald durch Fotos und Berichte kennenzulernen. Im November wird Alfons Nowak ihn bei seinem Kenia-Besuch persönlich begrüßen können.

Fr. Jose ist zum Direktor der größten Niederlassung der Salesianer in Nairobi ernannt worden. Er ist jetzt Direktor von Boys Town, dem riesigen technischen Ausbildungszentrum der Salesianer. Alfons Nowak hat es bereits besucht. Es ist eine eindrucksvolle Anlage, wirklich eine kleine Stadt mit den gut ausgestatteten Werkhallen, dem Wohnheim für die Auszubildenden, einer großen Halle und der Kirche.

Leider müssen wir uns auch von Fr. Chege trennen. Gerade haben wir ihn noch einmal besser kennen­­gelernt durch seinen Besuch bei uns im Juni mit Francis Mbiyu, einem ehemaligen Bosco Boy.

Er ist ebenfalls auf eine hoch verantwortungsvolle und herausfordernde neue Aufgabe berufen worden. Er wird Finanzverwalter aller Salesianer-Niederlassungen in der Provinz Ost-Afrika. Diese umfasst die Länder Kenia, Sudan und Süd Sudan. Im Sudan herrscht gerade Bürgerkrieg, im Süd Sudan hat der hoffentlich zur Ruhe gekommene Bürgerkrieg ein Chaos hinterlassen. Eine große Herausforderung in solchen Krisenregionen Verantwortung übertragen zu bekommen! Wir wünschen Fr. Chege viel Kraft und Glück und Segen, auch auf seinen Reisen in diese unsicheren Gebiete, die von ihm erwartet werden!

Sein Nachfolger im Straßenjungen Projekt Bosco Boys wird Fr. Vincent Mukaya. Wir kennen ihn noch nicht, wünschen ihm einen guten Start, eine glückliche Hand und mit uns eine gute Zusammen­arbeit! Bis auf ein Kennenlernen mit Alfons Nowak im November.

Von Francis Mbiyu, dem sympathischen Begleiter von Fr. Chege im Juni, kommen leider traurige Nachrichten. Hier hat er stolz von seiner Arbeit als Automechaniker erzählt und seine Firma lobend hervorgehoben. Nun hat er die Kündigung erhalten und ist seit dem 1. September arbeitslos. Zuviel hat er bei seinem Chef von Deutschland geschwärmt und hat dann den Fehler gemacht, um eine Lohnerhöhung zu bitten.

Ist es gerecht Arbeitskräfte aus Kenia zu holen?

Ist es gerecht Arbeitskräfte aus Kenia zu holen?

Ist es gerecht Arbeitskräfte aus Kenia zu holen?

Zeitungsartikel aus Kenia

Zeitungsartikel aus Kenia

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Leserbrief Paderborn in "Der Dom"

Ist es nun eine Zumutung
und eine Art Neukolonialismus,
wenn wir erwarten, dass Mütter
in anderen Ländern Kinder ge-
bären, großziehen und sie dann
an uns abgeben, anstatt dass
diese jungen Menschen ihrem
eigenen Land dienen? Forcieren
wir mit unseren Ansprüchen
nicht zwangsläufig die Not in
anderen Ländern mit der Fol-
ge weiterer Flüchtlingsströme,
Hunger und kriegerischer Aus-
einandersetzungen? Probleme
über Probleme, die mich und
meine Enkelkinder besorgt sein
lassen und die sich allein nur
mit Gottes Hilfe und im unbe-
dingten Vrertrauen auf die erneu-
ernde Kraft des Helligen Geistes
lösen lassen: Renovabis – du
wirst erneuernl Ich gehe mit!
Möge unsere Kirche nicht müde
werden, uns diese Vision immer
wieder vor Augen zu führen.

Horst Meyer, Paderborn in einem Leserbrief
in ‚Der Dom‘ zu Pfingsten.
Uns eigesandt von unserer eifrigen Förderin
Gerda Maria Menge aus Dortmund.

Artikel aus Kenianischen Zeitschriften

Daily Nation, Montag 3. Juli 2023

Daily Nation, eine der wichtigsten Tageszeitungen Kenias bringt als Aufmacher am Montag, 3. Juli, einen Bericht über den Auszug der Jugend aus dem Land auf Grund fehlender Arbeitsplätze und im Inneren einen ausführlichen Artikel. Fr. Chege hat mir Fotos des Artikels geschickt, den ich hier in Teilen übersetze und zusammenfasse.

Youth Exodus – Exodus der Jugend

Grünere Weiden – Arbeitslosigkeit und die harten Lebensbedingungen haben viele junge Menschen an den Rand der Verzweiflung gebracht und sie wollen raus. Die langen Schlangen an den Passbehörden überall im Land und am Flughafen bezeugen dies – die Jugend verlässt das Land und sucht die Erfüllung ihrer Träume im Ausland. Und die Regierung ermuntert sie dazu… – Das Außenministerium hat eine Internet Plattform installiert, um Kenianern einen direkten Zugang zu Arbeitsangeboten im Ausland zu ermöglichen.

Arbeitslosigkeit Über 3.12 Millionen Kenianer waren 2022 als arbeitslos registriert. – Kenia hat 53 Millionen Einwohner. Die meisten Menschen leben von Minijobs, vom Handel mit geringen Verdienstspannen, von kleinen und kleinsten landwirtschaftlichen Betrieben, von der Hand in den Mund. Sie tauchen in der Arbeitslosigkeitsstatistik nicht auf. 

Die Antragstellung auf einen Pass wird für viele Kenianer ein Alptraum. Es gibt einen Rückstau von mindestens 70.000 Anträgen bei der Einwanderungsbehörde. Die Behörde schafft am Tag höchstens die Bearbeitung von 700 Pässen. Im Jahr 2022 ist die Ausgabe von Pässen um 55,9 % auf 426.137 gestiegen.

173.218 Kenianer haben sich 2022 um die US Green Card über den Weg der ‚Diversity visa lottery‘ beworben. – Dieses ist ein Lotterieverfahren, das die USA eingeführt haben, um eine Vielzahl von Staaten bei der Beantragung der Einreiseberechtigung zu berücksichtigen.

Arbeitsstellen im Ausland – Präsiden William Ruto hat 400.000 Arbeitsstellen für Kenianer in Deutschland und Saudi-Arabien ‚gesichert‘. – So berichtet es die Daily Nation auf ihrer Titelseite.

Mit Kanzler Olaf Scholz habe er vereinbart, 250.000 ausgebildeten und halb-ausgebildeten Kenianern in Deutschland eine Arbeitsstelle zu besorgen. Eine Arbeitsgruppe beider Außenministerien ist dafür gebildet worden. Saudi Arabien bietet Kenia 130.000 Arbeitsplätze an. – Hier handelt es sich um Haushaltskräfte, Reinigungspersonal.

Der Artikel ist überschrieben:

Wenn die Jobs austrocknen, muss sich die Jugend woanders grüne Weiden suchen.

Mit 10 anderen Ländern, die kenianische Arbeitskräfte brauchen, sind Abkommen geplant: mit Saudi Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, den USA, Kanada und anderen Ländern. Im weiteren Verlauf wird auch berichtet, dass eine Ankündigung des kenianischen Außenministeriums von Mai, dass Kanada Job-Angebote für Kenianergemacht habe, sich als Falschmeldung erwiesen hat. – Gerade hatte mir Stephen Kagoyo, der sich in Kariua für Slum Kinder einsetzt, geschrieben, dass er sich für einen Job als Apfelpflücker in Kanada bewerben möchte.

Daneben berichtet das Arbeits- und Sozialministerium in Kenia, dass es mit sieben Ländern bilaterale Abkommen getroffen hat, um Tausenden gut ausgebildeten Kenianern sichere Arbeitsplätze zu beschaffen. In den Ländern mit hohem Einkommen gebe es einen großen Mangel an Arbeitskräften, während im scharfen Gegensatz dazu Afrika von Arbeitslosen überschwemmt sei und anständige Arbeitsstellen fehlten.

Arbeitsmigration, wenn sie gut gestaltet werde, sei in der Lage, Familien und Gemeinden zu mehr Wohlstand zu verhelfen. Ken Gichinga, Chef Ökonom am Mentoria Institut für Ökonomie sagt, er sehe zwei positive Auswirkungen der Arbeitsmigration für die heimische Wirtschaft: Junge Menschen kommen in Kontakt mit einer entwickelten Ökonomie – und lernen dadurch – und sie verdienen so viel, dass sie ihr Land durch Geldüberweisungenunterstützen. Er mahnt die Politiker, Anreize zu schaffen, damit die im Ausland gut ausgebildeten Fachkräfte nach Kenia zurückkehren und ihre Fähigkeiten und ihr Wissen hier einsetzen. Die Zentralbank hat mitgeteilt, dass die Überweisungen von Kenianern aus dem Ausland, der größte Posten in ihrer Statistik, im Jahr 20222 um 15,8 % zugenommen hat. Die Auswandererrate lag 2020 bei 5,35 Promille, 2019 5,39 Promille. Die geringere Zahl scheint der Corona Pandemie geschuldet. Jetzt rechnet man mit einem Anstieg der Zahlen.

Kritik an der Förderung der Arbeitsmigration kommt von anderen Experten, so von Professor Tom Mboya von der Maseno Universität. Er sagt, die Regierung punkte in der Öffentlichkeit mit dem Auftun von Arbeitsstellen im Ausland, ihre eigentliche Aufgabe sei aber, im Land selber Arbeitsplätze zu schaffen. „Ich habe noch nie eine Regierung gesehen, die dafür kämpft, Arbeit zu exportieren.“ „Warum wird zum Beispiel Mais importiert und es wird nichts getan, um Kenianern nachhaltige und sichere Arbeitsplätze zu verschaffen.“

Er kritisiert, dass es keine Studie darüber gebe, was der massive Exodus von kenianischen Fachkräften für die heimische Industrie bedeute. Hingewiesen wird auf den Gesundheitssektor, der unter dem Mangel an Personal leidet. Von der Regierung wird entgegnet, dass es keinen Mangel an jungen Menschen gebe und dass sich der Mangel bald auf natürliche Weise ausgleichen werde. – Eine nahezu zynische Argumentation. – Nach Mboya wird der Exodus von fähigen Menschen die Norm bleiben, solange die Wirtschaft es nicht schafft, der Masse an Arbeitskräften qualifizierte Arbeitsmöglichkeiten zu verschaffen.

Alfons Nowak, 7. Juli 2023

 

Fr. Chege und Francis Mbiu zu Besuch

Fr. Chege und Francis Mbiu zu Besuch

Fr. Chege und Francis Mbiu zu Besuch

Bei Alfons Nowak

Bei Jörg Sahlmann im Mineralienhandel

Fr. Chege und Francis Mbiu zu Besuch

Fr. Chege Erastus, Direktor der Bosco Boys aus Nairobi und Francis Mbiu, ein ehemaliger Bosco Boy, der mit 4 Jahren von der Polizei auf der Straße aufgegriffen worden war, waren von Mittwoch- bis Donnerstag-Abend unsere Gäste. Die Salesianer Zentrale in Bonn hatte die Beiden eingeladen. Der dritte Eingeladene, Isaac, auch ein ehemaliger Bosco Boy, hatte leider sein Visum verpasst.

Trotz aller Absprachen waren die Beiden auf ihrer Fahrt von Bonn an Recklinghausen vorbeigefahren und ich konnte sie dann in Marl-Sinsen retten. Wie passend: Der Direktor des Straßenkinder-Projektes und ein ehemaliger Geretteter wurden selbst das Objekt einer ‚Rescue‘-Aktion, sie wurden von mir von der Straße gerettet!

Wir verlebten einen komplett mit Begegnungen und Besichtigungen ausgefüllten Donnerstag! Jörg Sahlmann vom Mineralienhandel, Gründungsmitglied unseres Vereins, freute sich besonders über unseren Besuch. Sein Engagement für die Menschen in Madagaskar, hatte ihm gerade jetzt viele Hasskommentare eingebracht. Er nutzte die Gelegenheit, um mit uns ein Video zu drehen, das auf Instagram erschienen ist. Wir besuchten Andreas Rennervon der Firma Feld, auch er ein Gründungsmitglied. Meinen Nachfolgerinnnen, Anna Heidenreich und Ute Heidemann, in der Erlenpraxis in Meckinghoven statteten wir einen Besuch ab. Frau Engbert vom KIA-Autohaus gegenüber empfing uns herzlich.

Im Ludgerushaus freute sich Ilse Lau über unseren Besuch und Christel Fischer, ein treues Mitglied unseres Vereins servierte uns eine Erfrischung an diesem heißen Tag. Meine Gäste genossen den Spaziergang rund um das Hebewerk und waren begeistert von dieser technischen Meisterleistung und dem Riesenprojekt der Kanalbauten bereits vor 130 Jahren. Die kurze Zeit zwang uns leider den geplanten Besuch in der Physiotherapie-Praxis von Frank Bartsch aufzugeben. Schade! Frank ist uns ein so wertvoller Unterstützer, dem Fr. Chege gerne persönlich gedankt hätte.

Das geplante Mittagessen konnten wir durch eine Einladung zu Erdbeeren und Waffeln bei Joseph und Christel Fischer in ihrer Gärtnerei in Horneburg ersetzen. Köstlich! Die Beiden genossen es. Dann hieß es, sich beeilen; denn um 15 Uhr trafen wir uns mit Freunden unseres Vereins bei mir zu Hause. Es wurde ein wunderbarer Nachmittag mit 10 Gästen, unter ihnen Pfr. Paulus Phan und Clemens August Holtermann. Jeder stellte sich vor und erzählte von seiner Verbindung zu unserem Verein.

Fr. Chege erzählte von den Straßenjungen, wie sie die Jungen von der Straße ‚retten‘; wie die Rehabilitation verläuft, die schwierige Zeit des Drogenentzugs, durch den alle durchmüssen. Er berichtete von der oft dramatisch ablaufenden Wiederaufnahme des Kontakts mit der Familie des Straßenjungen. Für die Schilderung der schulischen Laufbahn im Internat in Kuwinda bleib kaum Zeit.

Sehr bewegend war die Schilderung von Francis über seinen Werdegang. Mit 4 Jahren hatte ihn die Polizei verlassen auf der Straße aufgegriffen und zu den Bosco Boys gebracht. Sie sind seine Familie, seine Brüder, seine Heimat geworden. Jetzt ist er als Automechaniker tätig, ist verheiratet, hat zwei Töchter, die jüngste gerade 3 Monate alt. Er engagiert sich als Kassierer in der Gruppe der Ehemaligen, die eine Stiftung gegründet haben –  BOSCO BOYS SCHOLARSHIP REVOLVING FUND – um jetzigen Bosco Boys eine Universitäts- oder technische Ausbildung nach Schulabschluss zu ermöglichen. Die ehemaligen Bosco Boys sehen darin eine Möglichkeit, etwas von dem, was sie erhalten haben, an jetzige Bosco Boys zurückzugeben.

Sehr interessiert waren unsere Mitglieder zu hören, was Fr. Chege zu der Anwerbeaktion von Fachkräften unseres Bundeskanzlers in Kenia sagt. Die meisten von uns sehen darin eine moderne Form von Kolonialismus. Für Chege entsteht bei diesem Thema eine gespaltene Gefühlslage. Jeder Abgeworbene stellt einen Verlust für die kenianische Gesellschaft dar und fehlt bei der so nötigen Entwicklung des Landes. Auf der anderen Seite gibt es viele junge gut ausgebildete Menschen, die keine Arbeit in Kenia finden. Viele junge Lehrer arbeiten bereits jetzt in den Golfstaaten. Sie sind dort als Reinigungskräfte tätig und verdienen damit wesentlich mehr, als wenn sie in Kenia als Lehrer angestellt würden.

Es fiel uns schwer, unser Gespräch zu beenden, so viele Fragen waren noch offen. Aber der Zug wartete nicht und ich war froh, dass wir 5 Minuten vor der Zeit am Bahnhof Recklinghausen eintrafen. Dieses Mal gab es kein Problem durch Verspätungen. Das Umsteigen in Duisburg meisterten die Beiden und pünktlich um 20 Uhr wurden sie in Bonn von Sabine Rittinger empfangen. Am folgenden Tag stand ein großes Programm in zwei Schulen auf dem Plan. Chege und Francis verließen uns voller Begeisterung und Dankbarkeit. Das Interesse der Menschen, die Aufmerksamkeit, mit der zugehört wurde, das Engagement für benachteiligte junge Menschen im 8.000 Kilometer entfernten Kenia hatte sie tief berührt. Dieser, wenn auch kurze Besuch hat intensive Begegnungen möglich gemacht und uns allen gezeigt, dass wir zusammen gehören, auch wenn wir unter so unterschiedlichen Bedingungen und weit entfernt von einander leben. Wir haben praktisch erlebt, was wir theoretisch schon immer wussten. Wir sind Mitmenschen, Bürger einer Erde!

Dank an alle, die dabei waren und durch ihre Teilnahme und ihr lebendiges Interesse für ein Gelingen dieses Besuchs gesorgt haben!

Alfons Nowak, 16. Juni 2023