Ein Haus bauen – So leben Menschen anderswo
Ein Haus bauen – So leben Menschen anderswo
Ein Haus bauen – So leben Menschen anderswo
Vorweg möchte ich euch sagen, dass dieser Bericht und die Veröffentlichung der Fotos von Peter Kukat aus Barpello in Ost-Pokot, Kenia ausdrücklich erwünscht und erlaubt worden ist.
2014, bei meinem zweiten Besuch in Kenia, besuchte ich Ost-Pokot zusammen mit Sr. Loina. Eine

Woche fuhr ich mit ihr in den Busch zu den medizinischen Konsultationen. Am letzten Tag schaffte sie es, mit Peter vorzustellen. Von weit her ließ sie ihn holen. Er hielt sich abseits von den Menschen, da er nach einem Schlangenbiss an einer großen übelriechenden Wunde am linken Fuß litt. Das Foto davon seht ihr unten. Ich war verzweifelt und glaubte nicht an eine Heilung.
Aber es kam anders: Sr. Loina, die zwischenzeitlich versetzt war, traf Peter 2024 wieder und – welch ein Wunder – die Wunde war verheilt. Zurückgeblieben war ein geschwollener Fuß mit einer empfindlich dünnen Haut und einer winzigen Wunde. Peter hatte Abitur gemacht und die Ausbildung zum Grundschullehrer begonnen. Leider fehlte der Sponsor für das Schulgeld, sodass die Ausbildung stockte. Wir sorgten dafür, dass es weiterging und jetzt im Juli beendete er erfolgreich seine Ausbildung. Eine Stelle als Lehrer zu bekommen ist die nächste Herausforderung.
Seit 2018 war die letzte Verwandte, seine Großmutter, gestorben und Peter war nun auch noch verantwortlich für zwei Geschwister. In der Sozialstation in Barpello durften sie wohnen. Peter heiratete Stancy. Sie haben nun zwei Kinder. Mit Abschluss seiner Ausbildung endete die Möglichkeit, dort zu wohnen. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie sich mit Holzsammeln, das Stancy der Schule in Barpello verkaufte. Peter ging an den Wochenenden an seinem Studienort in Kericho in den Straßenbau. Für seinen Fuß immer eine große und gefährliche Belastung.
Was nun tun, nachdem sie die Wohnung verlassen mussten? Peter baut ein Haus. Er wandte sich an die Ältesten der Pokot-Gemeinschaft und erhielt ein kleines Grundstück zugewiesen. Dann ging es in den Wald, um Pfähle für das Grundgerüst zu schlagen. Das Dach ist Wellblech. Die Mauern werden aus Steinen und Lehm gefügt. 500 Liter Wasser mussten Stancy und seine Schwester täglich aus dem Bohrloch herbeischaffen, damit der Lehm geformt werden konnte. Die Habseligkeiten werden an Haken unter die Decke gehängt, sicher vor Mäusen. Das Schlafzimmer sind die Matratzen. Die Küche ist die Feuerstelle vor dem Haus mit dem großen Topf darauf. Als Toilette wird ein Bezirk im Busch ausgesucht. In der Fotoserie könnte ihr das Entstehen des Hauses mitverfolgen.
Ich erhielt die Bilder, als ich im Urlaub in Wales war, Landschaft und Unterkunft genoss. Ich war geschockt. Plötzlich sehe ich vor Augen, was wir alle wissen, aber auch gerne von uns fernhalten, wie unterschiedlich Menschen auf dieser unserer Erde leben! Als ich Peter vorschlug, sein Geschichte mit euch zu teilen, war er sofort einverstanden.
Sein Beispiel zeigt uns, wie Menschen um ihr Überleben kämpfen müssen, unter welch einfachen Verhältnissen sie zu leben gezwungen sind. Lasst es uns ein Ansporn sein, uns weiter für eine gerechtere Welt einzusetzen.
Alfons Nowak, 11. September 2025
Ein Haus für die Familie
Ein Haus bauen – So leben Menschen anderswo
15. Bericht Savio Club
15. Bericht Savio Club
15. Bericht Savio Club
Bericht in der Recklinghäuser Zeitung vom 10.08.2026
Bericht in der Recklinghäuser Zeitung vom 10.08.2026
Bild 1 Solaranlage als Energiequelle für die Pumpe
Der Nordwesten Kenias, die Heimat der Turkana, wo sich das Flüchtlingslager Kakuma befindet, ist eine Halbwüste. Wasser ist entscheidend für das Überleben. Traditionell kennt man hier keine Landwirtschaft. Turkana sind Hirten, die von ihren Herden leben, Ziegen, Schafe und in geringerer Zahl auch Kamele.
Bild 2 Wassertank
Mit ein wenig Wasser blüht die Wüste auf und es lassen sich Gemüse und Früchte aufziehen. Am 10. August 2026 berichtet die Recklinghäuser Zeitung über ein Bewässerungsprojekt in dieser Region als Beitrag zum Eindämmen der Ausbreitung der Dürre und um den Menschen eine neue Nahrungsquelle zu erschließen.
Bild 3 Holzspäne zur Verbesserung der Bodenqualität
Schon seit Jahren betreiben die Salesianer im Flüchtlingslager ein Gartenbauprojekt, das junge Flüchtlinge darin unterrichtet, unter extremen Wetterbedingung erfolgreich Gartenprodukte zu ernten. Zum einen ein wichtiger Beitrag zur Bereicherung des Nahrungsangebots durch Gemüse, zum anderen ein wichtiger Beitrag, um Stämmen, die als Hirten leben, die Landwirtschaft nahezubringen (siehe Fotos 1-7).
Bild 4
Ein nicht leichtes Unterfangen, jemandem der gewohnt ist, mit seinem Vieh durchs Land zu ziehen, schmackhaft zu machen, Land zu bebauen. Das heißt, am Ort zu bleiben, sich täglich um die Bewässerung der Pflanzen zu kümmern, Schutzzäune gegen die alles vertilgenden Ziegen und Schafe zu errichten. Dann muss gelernt werden, was man mit dem Gemüse anfangen kann, wie muss es zubereitet werden. Außerdem muss es einem auch schmecken. Die Geschmacksknospen müssen sich umstellen. – Auch wir Deutsche, wir begeisterte Kartoffelesser, brauchten eine Zeit, um auf den Geschmack zu kommen. –
Bild 5 Jeder Student ist verantwortlich für sein Stück Land
Die Gruppe der Burundier ist es von ihrer Heimat gewohnt, Gartenbau zu betreiben. Sie werden auch in Kakuma aktiv und legen Felder mit verschiedenen Gemüsesorten an (Foto 10). Als erstes graben sie nach Wasser und haben eine Technik entwickelt, das Grabeloch durch ein Korbgeflecht abzustützen (Foto 11). Gefährlich bleibt ihr Unternehmen allemal und dann trifft man häufig auf salziges Wasser (Foto 12). Das Beispiel für ein abenteuerliches, hochgradig leichtsinniges Unternehmen habe ich voller Schrecken bei meinem letzten Besuch gesehen und hoffe sehr, dass meine Warnung befolgt wird, niemals in diese einsturzgefährdete Grube zu steigen (Foto 13).
Bild 6 Experiment Fischzucht
Mit der Bewässerung alleine ist es nicht getan. Es geht um ein Programm, das in die Kultur einer ganzen Menschengruppe eingreift und sie in ihrem Verhalten grundlegend verändern will. Junge Menschen lernen schneller als ältere. Mein Vorschlag ist, die Kinder, die unseren Savio Club besuchen und die häufig zu Hirtenvölkern gehören, während ihrer Zeit bei uns, in das Gartenbauprojekt der Salesianer zu führen und sie dafür zu begeistern.
Alfons Nowak, 10.08.2026
Bild 7 Maisernte ist möglich
Bild 10 Burundier ziehen Gemüse in Eigenintiative
Bild 11 Korbgeflecht zum Schutz beim Aushub des Brunnens
Bild 12 Enttäuschung, das Wasser ist salzig
Bild 13 Lebensgefährliche Konstruktion
14. Bericht Savio Club
14. Bericht Savio Club
14ter Bericht von Lucy
End of Term Exams Kakuma Savio Club August 2026
Anfang August schrieben die Kinder des Savio Clubs ihre Prüfung zum Ende des zweiten Jahresdrittels. Bislang war es üblich, dass die Lehrer die Prüfungsaufgaben den Kindern vorlasen. Dieses Mal war abgesprochen, dass jedes Kind die Prüfungsaufgabe selber von der Tafel lesen musste. Auch ein Test, wie sicher die Kinder beim Lesen und Verstehen sind. In einigen Fällen gab es einen Abfall der Leistung. Die Prüfung war getrennt für Kinder der zweiten und der dritten Klasse.
Auffallend gut, mit einer Leistungssteigerung gegenüber der Märzprüfung, schnitt die Holy Cross-Gruppe ab. Auch die dritten Klassen in Guadalupe und Dominic Savio verbesserten sich deutlich. Probleme machen weiter die Gruppen Daniel Comboni, Mary Help of Christians, St. Stephen und Peter und Paul.
Jetzt sind erst einmal zwei Wochen Ferien.
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