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Aufruhr in Kakuma

Aufruhr in Kakuma

Aufruhr in Kakuma

Aufruhr in Kakuma und Kalobeyei

Seit Ende Februar ist es in Kakuma und Kalobeyei zu Demonstrationen gekommen. Wassermangel und Kürzung der Essensrationen sind die Gründe. An Rationierung des Wassers sind die Menschen gewöhnt. Einige Tage aber kam kein Wasser aus den Leitungen. Im März musste das WFP – World Food Program – die Ausgabe von Lebensmitteln drastisch reduzieren auf 3 kg Getreide pro Person und Monat. Bohnen und Öl werden nicht mehr ausgeteilt.

Unter dem Namen Bamba ChakulaGib mir zu essen – bekommen Flüchtlinge mittels ihres Mobiltelefons eine Summe Geld überwiesen, mit der sie bei bestimmten Händlern im Lager einkaufen können. Die Summe ist von 650 Ksh auf 820 Ksh erhöht worden. 1 kg Hirse kostet zurzeit 90 Ksh, 1 kg Bohnen 120 Ksh, 1 l Öl 300 Ksh.

Geplante Umstrukturierungen unter dem Namen Shirika-Plan haben ebenfalls zu Unruhe geführt. In Kalobeyei wird das in diesem Plan beschriebene System bereits praktiziert. Kalobeyei ist kein Flüchtlingslager mehr, sondern ein Settlement – ein Gemeinwesen, das sozial und wirtschaftlich selbstständig werden soll. Der Handel soll gefördert werden, Turkana und Flüchtlinge sollen vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Deshalb werden in Kalobeyei keine Nahrungsmittel verteilt, sondern sie Menschen erhalten eine größere Summe Bamba Chakula. Sie betrug seit 2024 1.200 Ksh pro Monat und Person und ist jetzt auf 1.165 Ksh geringfügig herabgesetzt worden.

Was in der Theorie gut klingt, funktioniert in der Praxis nicht. Erstens gibt es nicht genug Nahrung, zweitens sind die Menschen nicht in der Lage, genügend Geld zu erwirtschaften. Ackerboden fehlt. Wasser ist nicht da, mit dem die Felder bewässert werden müssten.

Die friedlichen Proteste eskalierten in der ersten März-Woche. Steinwürfen auf Autos, Versuche, in die geschützten Bereiche des UNHCR vorzudringen, provozierten Gegenmaßnahmen. Die Polizei schoss in die Menge. Menschen wurden verletzt. Man spricht davon, dass 5 Menschen zu Tode kamen.

Unser Savio Club konnte sich nicht treffen. Sich im Lager zu bewegen ist gefährlich. Zum Glück hat es angefangen zu regnen. Wie es weiter geht, weiß niemand.

Alfons Nowak, 11. März 2025

Menschen, die einige Tage ohne Wasser waren. Das Video aufgenommen von unserem Lehrer Isaac.

Aufruhe in Kakuma

Heute erreichte uns die Nachricht das es in Kakuma zu Demonstrationen gekommen ist, auf Grund von Wassermangel und Kürzung der Essensrationen.

Frauen beziehen Stellung

Frauen beziehen Stellung

Frauen beziehen Stellung

Frauen beziehen Stellung

Women in Kakuma Take a Stand!

🚨 Women in Kakuma Take a Stand! 🚨

Today, women at the Kakuma Refugee Camp led a peaceful protest to raise awareness about critical issues affecting their community. For three weeks, they have faced a severe water shortage, making daily life a struggle. Food supplies are also running low, putting families at risk.

Beyond these urgent needs, they voiced concerns about integration programs that could erode their cultural identity. While inclusion is vital, so is preserving the rich heritage refugees bring.

💡 Their key demands:

✅ Immediate restoration of clean drinking water.
✅ A fair review of food distribution.
✅ Inclusive discussions on integration and identity.

#RefugeesDeserveBetter #stopthesuffering #UNHCR
#HumanRightsWatch
#highlightseveryone

These women are calling for collaboration between community members, NGOs, and local authorities to find lasting solutions. Their voices reflect resilience, determination, and hope for a better future. Captured by Fidele Wabenga📷

03.03.2025

Frauen in Kakuma setzen sich zur Wehr!

🚨 Frauen in Kakuma setzen sich zur Wehr! 🚨

Heute haben Frauen im Flüchtlingslager Kakuma friedlich protestiert, um auf kritische Themen aufmerksam zu machen, die ihre Gemeinde betreffen. Seit drei Wochen sind sie mit einem schweren Wassermangel konfrontiert, der das tägliche Leben zu einem Kampf macht. Auch die Lebensmittelvorräte gehen zur Neige, was die Familien in Gefahr bringt.

Abgesehen von diesen dringenden Bedürfnissen äußerten sie auch Bedenken über Integrationsprogramme, die ihre kulturelle Identität untergraben könnten. Integration ist zwar wichtig, aber auch die Bewahrung des reichen Erbes, das die Flüchtlinge mitbringen.

💡 Ihre wichtigsten Forderungen:

✅ Sofortige Wiederherstellung von sauberem Trinkwasser.
✅ Eine faire Überprüfung der Lebensmittelverteilung.
✅ Inklusive Diskussionen über Integration und Identität.

#RefugeesDeserveBetter #stopthesuffering #UNHCR
#HumanRightsWatch
#highlightseveryone

Diese Frauen fordern die Zusammenarbeit von Gemeindemitgliedern, Nichtregierungsorganisationen und lokalen Behörden, um dauerhafte Lösungen zu finden. Ihre Stimmen spiegeln Widerstandsfähigkeit, Entschlossenheit und Hoffnung auf eine bessere Zukunft wider. Aufgenommen von Fidele Wabenga📷

03.03.2025

Mutter, ich bin heute gefallen

Mutter, ich bin heute gefallen

Erste Schüsse fallen

Mutter, ich bin heute gefallen

Mother, I Fell Today

Mother, I fell today.
Not from sickness, not from age—
But from a bullet that spoke louder than hunger,
A bullet that answered my cry for food.

I marched with my brothers, my sisters, my people,
Not with weapons, not with war,
But with voices dry from thirst,

With stomachs hollow like the promises they gave us.
You told me to be strong, to endure,
To wait, to hope, to believe.
But tell me, mother—
How long does a man wait when his child is crying?
How long does a woman hope when water is a memory?
How long do we swallow silence before it chokes us?

Father, do not search for me.
Do not run to the camp hospital,
Do not ask the UNHCR,
Do not beg the police who shot me.
They will not answer.
They did not answer when we asked for bread,
They will not answer now.

Mother, I feel the earth pulling me down.
Blood is warm against my skin,
My breath is shallow,

The sky is a blur, the ground is trembling—
Or is that my heartbeat, fighting to stay?

Tell my little sister to be brave,
To keep her voice small, her head down,
For in Kakuma, hunger is not the enemy—
Speaking is.

My brothers, my sisters, my people—
How many must bleed before the world listens?
How many bodies must fall before they see us as human?
We built this place with our hands,
And now, we are buried in it.

I do not know if I will wake tomorrow,
I do not know if I will stand again.
But if I do, I will march once more,
For if hunger does not kill us, bullets should not either.

Mother, I fell today.
But promise me—
Do not let Kakuma forget why.

By Peter Kidi
05.03.2025

Mutter, ich bin heute gefallen

Mutter, ich bin heute gefallen

Mutter, ich bin heute gefallen.
Nicht von der Krankheit, nicht vom Alter.
Sondern durch eine Kugel, die lauter sprach als der Hunger,
Eine Kugel, die meinen Schrei nach Nahrung erhörte.

Ich marschierte mit meinen Brüdern, meinen Schwestern, meinem Volk,
Nicht mit Waffen, nicht mit Krieg,
sondern mit Stimmen, die vor Durst trocken sind,

Mit leeren Mägen wie die Versprechen, die sie uns gaben.

Du sagtest mir, ich solle stark sein, aushalten,
Zu warten, zu hoffen, zu glauben.
Doch sag mir, Mutter…
Wie lange wartet ein Mann, wenn sein Kind weint?
Wie lange hofft eine Frau, wenn das Wasser eine Erinnerung ist?
Wie lange schlucken wir die Stille, bevor sie uns erdrückt?

Vater, suche nicht nach mir.
Laufen Sie nicht zum Lagerkrankenhaus,
Bitten Sie nicht das UNHCR,
bitten Sie nicht die Polizei, die mich angeschossen hat.
Sie werden nicht antworten.
Sie haben nicht geantwortet, als wir um Brot baten,
Sie werden auch jetzt nicht antworten.

Mutter, ich fühle, wie mich die Erde nach unten zieht.
Das Blut ist warm auf meiner Haut,
Mein Atem ist flach,

Der Himmel ist verschwommen, der Boden zittert.
Oder ist das mein Herzschlag, der darum kämpft zu bleiben?

Sag meiner kleinen Schwester, sie soll tapfer sein,
Sie soll ihre Stimme leise halten, ihren Kopf gesenkt,
denn in Kakuma ist nicht der Hunger der Feind.
Sondern das Sprechen.

Meine Brüder, meine Schwestern, mein Volk.
Wie viele müssen bluten, bevor die Welt zuhört?
Wie viele Körper müssen fallen, bevor sie uns als Menschen sehen?
Wir haben diesen Ort mit unseren Händen gebaut,
Und jetzt sind wir darin begraben.

Ich weiß nicht, ob ich morgen aufwachen werde,
Ich weiß nicht, ob ich wieder aufstehen werde.
Aber wenn ich es tue, werde ich noch einmal marschieren,
Denn wenn der Hunger uns nicht tötet, sollten es auch die Kugeln nicht tun.

Mutter, ich bin heute gefallen.
Aber versprich mir…
Lass Kakuma nicht vergessen, warum.

Von Peter Kidi
05.03.2025

Wassermangel in Kakuma

Wassermangel in Kakuma

Wassermangel in Kakuma

Wassermangel in Kakuma

Nachdem ich euch oft von Überflutungen und von den Tücken des Regens in Kakuma erzählen musste, hat sich die Situation jetzt in ihr Gegenteil verkehrt. In diesem Jahr hat es noch keinen Regen gegeben. Die Brunnen scheinen ausgetrocknet zu sein. Das ganze Lager leidet unter der Rationierung des Wassers. Zwei Tage waren alle Mitarbeiter im Zentrum von Don Bosco ohne Wasser. Die Hälfte der Kinder der Holy Cross-Gruppe des Savio Clubs erschien nicht zum Unterricht. Glücklich sind die, die sich Wasser in Flaschen kaufen können.

Erneut hat das UNHCR die Essensrationen kürzen müssen. Die Flüchtlinge im Lager werden nach ihrem sozialen Status in 4 Gruppen eingeteilt. In Gruppe 1, die als erste bedient werden, gehören verständlicherweise Familien mit behinderten Familien-Angehörigen, alleinerziehende Mütter und Kranke. Gruppe 4 werden die Menschen zugeteilt, die im Lager einer Arbeit nachgehen und dadurch einen, wenn auch kleinen, Verdienst haben. In unserer Gruppe Daniel Comboni arbeiten Innocent und Augustin zusammen. In Innocents Familie lebt ein behinderter Bruder, dadurch ist seine Familie mit sechs Mitgliedern der Gruppe 1 zugeordnet. Augustin lebt alleine und ist als Lehrer bei uns angestellt und bekommt dadurch keine Essensration mehr zugeteilt. In der Gruppe 4, zu der er jetzt gehört, gibt es Flüchtlinge, die gut gehende Geschäfte oder Gaststätten betreiben. Manche sieht man mit einem großen Auto herumfahren. Ihnen tut es nicht weh, für sie ist es nur gerecht, dass sie aus der Förderung herausfallen. Für Augustin aber mit seinen 6.250 KES, rund 50 €, Gehalt, brechen harte Zeiten herein.

Wer weiß, wieviel dramatischer es noch wird, wenn die von Trump gestrichenen Gelder wegfallen! Hunger und Not lassen Menschen reizbar und aggressiv werden. Jetzt hat man bereits Angst, dass Ausschreitungen wie im Juli erneut ausbrechen könnten.

12.02.2025